10.000 Jahre Kunst: Antiker Felsschutz in der ägyptischen Sinai-Wüste entdeckt

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Archäologen in Ägypten haben in der südlichen Sinai-Wüste einen Felsvorsprung entdeckt, der 10.000 Jahre alte Kunstwerke und Inschriften enthält. Die Entdeckung liefert eine seltene, kontinuierliche Aufzeichnung menschlicher Aktivitäten in der Region, die bereits vor den frühesten Pharaonen stattfanden.

Eine in Stein gemeißelte Zeitleiste

Die auf dem Umm-Arak-Plateau gelegene Stätte wurde kürzlich bei einer archäologischen Untersuchung mit Unterstützung des ortsansässigen Scheichs Rabie Barakat entdeckt. Der Schutzraum selbst ist etwa 100 Meter lang, 3 Meter tief und bis zu 1,5 Meter hoch und bildet eine natürliche Leinwand für Jahrtausende künstlerischen Ausdrucks.

Die ältesten Kunstwerke stammen aus der Zeit zwischen etwa 10.000 und 5.500 v. Chr. und zeigen frühe Jagdszenen – darunter einen Jäger mit Hunden –, die in der Nähe des Eingangs des Tierheims gefunden wurden. Spätere Perioden zeigen Menschen zu Pferd, bewaffnete Figuren und eine Vielzahl geometrischer Muster: X, Quadrate, Ovale, Halbmonde und kompliziertere Formen. Inschriften aus der Antike und dem Mittelalter bereichern die historischen Aufzeichnungen der Stätte zusätzlich.

Strategischer Standort und Ressourcengewinnung

Der Felsschutz liegt in der Nähe alter Kupfer- und Türkisminen, was darauf hindeutet, dass er als kritischer Punkt für Bergleute und Reisende diente. Experten gehen davon aus, dass der Ort im Laufe seiner langen Geschichte sowohl als Beobachtungsposten als auch als Treffpunkt fungierte.

„Der Sinai war eine wichtige Region für das alte Ägypten, eine Quelle mineralischer Reichtümer und eine symbolisch wichtige Region, die Heimat der Göttin Hathor, der ‚Herrin des Türkises‘“, erklärt John Darnell, Ägyptologieprofessor an der Yale University. Diese Entdeckung wird „uns sicherlich dabei helfen, die Interaktionen der alten [Ägypter] mit der Wüstenumgebung und mit den Menschen, die in der Region leben und sich durch sie bewegen, besser zu verstehen.“

Von der Antike bis zum Mittelalter

Spätere Kunstwerke umfassen Darstellungen von Kamelen, Menschen und nabatäischen Inschriften, was auf eine fortgesetzte Nutzung der Stätte bis weit in die Spätantike und das Mittelalter (ungefähr 500 bis 1500 n. Chr.) hindeutet. Die Nabatäer, die für den Bau der Stadt Petra bekannt sind, haben wahrscheinlich auch im Tierheim ihre Spuren hinterlassen.

Forscher analysieren die Entwürfe noch immer, aber die kontinuierliche Zeitachse der Kunst und Inschriften macht diese Entdeckung zu einem einzigartigen Fenster in die Vergangenheit der Region.

Der Mineralreichtum und die symbolische Bedeutung des Sinai sicherten seine Bedeutung für das alte Ägypten, und dieser Felsschutz bietet einen beispiellosen Einblick in die Art und Weise, wie Menschen über 10.000 Jahre lang mit dieser Landschaft interagierten.

Die Entdeckung unterstreicht den langfristigen Wert des Sinai als ressourcenreiches und strategisch wichtiges Gebiet und enthüllt eine Geschichte, die weitaus tiefer geht als bisher angenommen.