Die bevorstehende Artemis-2-Mission der NASA, die etwa am 1. April starten soll, wird vier Astronauten auf eine zehntägige Mondumlaufbahn schicken. Dieser bemannte Flug markiert die Rückkehr der Menschheit zum Mond seit Apollo 17 im Jahr 1972, allerdings mit einem entscheidenden Unterschied: Die Astronauten werden Zugang zu einem funktionalen, privaten Badezimmer haben.
Von Plastiktüten zu einer speziellen Hygieneabteilung
Die Apollo-Missionen stützten sich auf ein rudimentäres Abfallmanagement. Astronauten verwendeten aufrollbare Manschetten für Urin und Plastiktüten für feste Abfälle, oft vor den Augen ihrer Besatzungsmitglieder. Die Artemis 2-Crew – Reid Wiseman, Victor Glover, Christina Koch und Jeremy Hansen – wird ein weitaus zivilisierteres Erlebnis genießen. Das Badezimmer der Orion-Kapsel ist zwar kompakt, verfügt aber über eine Tür und sogar Sichtschutzvorhänge.
Diese Verbesserung ist angesichts des begrenzten Platzes in der Kapsel erheblich: 330 Kubikfuß für vier Personen über zehn Tage. Zum Vergleich: Die Apollo-Kapseln waren mit 210 Kubikfuß sogar noch kleiner und enthielten nur drei Astronauten. Die von Lockheed Martin gebaute Orion-Toilette hat ungefähr die Größe einer kleinen Flugzeugtoilette.
Wie es funktioniert: Eine moderne Weltraumtoilette
Die Orion-Kapsel nutzt ein System, das dem Universal Waste Management System (UWMS) der Internationalen Raumstation (ISS) ähnelt. Es umfasst einen Sitz über einem Kanister mit einzelnen Urintrichtern für die Hygiene. Im Gegensatz zu Designs aus der Apollo-Ära ist dieses System für alle Geschlechter geeignet. Während die ISS Urin zu Trinkwasser recycelt, wird Artemis 2 ihn aufgrund der kürzeren Missionsdauer direkt in den Weltraum ablassen.
Fester Abfall wird in Einwegbeuteln gesammelt, die versiegelt und zur Erde zurückgeführt werden. Die Astronauten müssen diese Kanister während der Mission mehrmals austauschen.
Notfallpläne: Bei Bedarf zurück in die Vergangenheit
Trotz des fortschrittlichen Designs hat sich die NASA auf mögliche Fehlfunktionen vorbereitet. Wenn das Primärsystem ausfällt, greift die Besatzung als Ersatz auf Urinsammelbeutel im Apollo-Stil zurück. Dies verdeutlicht die anhaltende Bedeutung der Zuverlässigkeit in der Raumfahrt, wo selbst grundlegende Funktionen eine sorgfältige Planung erfordern.
„Wir haben als Besatzung großes Glück, dass wir auf diesem winzigen Raumschiff eine Toilette mit Tür haben“, sagte Hansen in einem YouTube-Video über das Orion-Badezimmer und betonte damit den psychologischen Wert selbst minimaler Privatsphäre bei Langzeitmissionen.
Die Artemis-2-Mission stellt nicht nur einen Technologiesprung in der Monderkundung dar, sondern auch eine erhebliche Verbesserung der Lebensqualität für Astronauten im Weltraum. Die Einbeziehung eines funktionalen Badezimmers, so bescheiden es auch sein mag, spiegelt die sich wandelnden Prioritäten der Raumfahrt wider: Langzeitmissionen nachhaltiger und humaner zu gestalten.





















