Buckelwale übernehmen durch soziales Lernen schnell fortschrittliche Jagdtechniken

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Buckelwale im Westen Kanadas beweisen eine bemerkenswerte Anpassungs- und Überlebensfähigkeit, indem sie eine ausgeklügelte Jagdtechnik – die Blasennetzfütterung – rasch in ihren sozialen Gruppen verbreiten. Dieses Verhalten, bei dem Wale kooperativ Fische mit Blasenwänden fangen, bevor sie zum Fressen nach oben stürmen, ist nicht nur ein Instinkt; Es wird innerhalb der Walgemeinschaften gelernt und weitergegeben, was die Kraft der kulturellen Weitergabe im Tierreich beweist.

Die Verbreitung einer komplexen Fähigkeit

Bei Buckelwalen in Alaska wird seit Jahrzehnten die Blasennetzfütterung beobachtet, doch Forscher konnten kürzlich eine explosionsartige Verbreitung in der nordöstlichen Pazifikpopulation vor Kanada beobachten. Entscheidend war die Feststellung, ob es sich hierbei um eine unabhängige Entdeckung oder um soziales Lernen handelte, und eine neue Studie bestätigt Letzteres.

Forscher der University of St Andrews verfolgten von 2004 bis 2023 526 einzelne Wale im Kitimat-Fjordsystem in British Columbia und identifizierten jedes Tier anhand einzigartiger Schwanzflossemarkierungen. Die Daten zeigten, dass über 90 % der Fressaktionen mit Blasennetzen kooperativ waren, was darauf hindeutet, dass Wale nicht nur in dieses Verhalten hineinstolpern; sie arbeiten zusammen.

Angetrieben durch Umweltstress

Der Anstieg der Blasennetzfütterung nahm nach 2014 zu und fiel mit einer großen Hitzewelle im Meer zusammen, die die Verfügbarkeit von Beutetieren drastisch reduzierte. Dieser Umweltdruck beschleunigte wahrscheinlich die Verbreitung der Technik, da Wale, die sich anpassten, besser in der Lage waren, sich Nahrung zu sichern.

„Mit der Hitzewelle und dem Rückgang der Beuteverfügbarkeit würde die Fähigkeit eines Wals, sein Fressverhalten zu ändern, ihm helfen, seine tägliche Kalorienaufnahme aufrechtzuerhalten“, sagt Éadin O’Mahony, einer der Autoren der Studie.

Die Forschung zeigt deutlich, dass Wale die Technik übernommen haben, wenn sie regelmäßig mit anderen verkehrten, die sie bereits nutzten, was darauf hindeutet, dass sich das Wissen über stabile soziale Netzwerke und einflussreiche Personen verbreitet. Es geht nicht nur darum, ob Wale lernen können, sondern auch darum, wie sie voneinander lernen.

Warum das wichtig ist

Dabei handelt es sich nicht nur um eine faszinierende Verhaltenseigenart; Es ist ein Zeichen der Widerstandsfähigkeit. Die kulturelle Flexibilität der Buckelwale kann entscheidend für das Überleben laufender Umweltveränderungen sein.

Wie Ted Cheeseman, Mitbegründer der Citizen-Science-Plattform Happywhale, betont, müssen Naturschutzbemühungen nicht nur die Populationszahlen berücksichtigen, sondern auch die Gesundheit der sozialen Verhaltensweisen, die das Gedeihen einer Population ermöglichen.

Die Studie unterstreicht, dass der Schutz der Walpopulationen bedeutet, ihre Fähigkeit zu schützen, lebenswichtige Überlebensfähigkeiten zu erlernen, sich anzupassen und über Generationen weiterzugeben.