Neue in Argentinien ausgegrabene Titanosaurier-Art wirft Licht auf die Vielfalt der Dinosaurier in der Kreidezeit

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Paläontologen haben anhand bemerkenswert gut erhaltener Fossilien, die im Norden Patagoniens (Argentinien) entdeckt wurden, eine bisher unbekannte Titanosaurierart, einen riesigen Langhalssaurier, identifiziert. Der neue Dinosaurier namens Yeneen houssayi lebte vor etwa 83 Millionen Jahren in der späten Kreidezeit.

Ein neuer Riese entsteht

Yeneen houssayi war ein Mitglied der Titanosauria, einer Gruppe pflanzenfressender Dinosaurier, die auf dem alten Superkontinent Gondwana florierten. Die neu entdeckten Arten waren zwischen 10 und 12 Meter lang und wogen etwa 8 bis 10 Tonnen. Was Yeneen houssayi auszeichnet, ist sein vergleichsweise kleiner Kopf im Vergleich zu seinem massiven Körper – ein Merkmal, das Dr. Leonardo Filippi von CONICET und dem Museo Municipal Argentino Urquiza festgestellt hat.

Fossilienentdeckung: Ein Fenster in die Kreidezeit Patagoniens

Die Fossilien wurden in der Bajo-de-la-Carpa-Formation ausgegraben, genauer gesagt am Fundort Cerro Overo-La Invernada in der argentinischen Provinz Neuquén. Zu den Überresten gehört ein erheblicher Teil des Skeletts mit sechs Halswirbeln, zehn Rückenwirbeln samt Rippen, dem Kreuzbein (Hüftbereich) und dem ersten Schwanzwirbel, die alle intakt sind.

Dabei handelt es sich nicht nur um einen Dinosaurier: Paläontologen fanden an der Fundstelle auch Hinweise auf mindestens zwei weitere Sauropoden. Dazu gehörten ein Jungtier Yeneen houssayi und ein Erwachsener, der einer anderen, noch zu beschreibenden Art angehörte. Die Entdeckung lässt darauf schließen, dass das Gebiet einst ein blühendes Zentrum für Titanosaurier war.

Evolutionäre Beziehungen und Diversifikation

Die phylogenetische Analyse ordnet Yeneen houssayi der Saltasauroidea-Gruppe zu, die eng mit Narambuenatitan und Overosaurus verwandt ist. Das Vorhandensein mehrerer Titanosaurier-Abstammungslinien – Colossosauria und Saltasauroidea – am selben Standort lässt auf eine große Artenvielfalt während des Santonium-Zeitalters (vor etwa 84–83,6 Millionen Jahren) schließen.

„Das Gebiet Cerro Overo-La Invernada gilt heute als das Gebiet mit der größten Vielfalt an Titanosauriern im Santonium des Neuquén-Beckens“, bemerkt Dr. Filippi. „Das macht es zu einem außergewöhnlichen Ort, um die Entwicklung der Dinosaurierfaunen in dieser Zeit zu untersuchen.“

Dieser Befund unterstreicht, dass es sich bei den Titanosauriern nicht um eine monolithische Gruppe handelte, sondern um eine vielfältige Ansammlung von Arten, die sich in bestimmten Regionen nebeneinander entwickelten. Das relativ vollständige Skelett und die zahlreichen Individuen, die am Cerro Overo-La Invernada gefunden wurden, liefern wertvolle Daten zum Verständnis, wie diese riesigen Kreaturen in Südamerika lebten und sich diversifizierten.

Die Forschung wurde am 12. Januar 2026 in der Zeitschrift Historical Biology veröffentlicht. Die Entdeckung unterstreicht das reiche paläontologische Potenzial von Patagonien, Argentinien, und verfeinert unser Verständnis der letzten Tage der Dinosaurier weiter.