Ammolit, ein seltener und auffälliger Edelstein, verdankt seinen leuchtenden Regenbogenschimmer einer alten Abstammungslinie: den ausgestorbenen Ammonoiden. Diese Kreaturen, entfernte Verwandte moderner Tintenfische und Kraken, gediehen über 350 Millionen Jahre lang in den Ozeanen der Erde, bevor sie vor 66 Millionen Jahren zusammen mit den Dinosauriern verschwanden. Doch ihr Erbe lebt in dem atemberaubenden Farbspiel ihrer versteinerten Muscheln weiter.
Die Biologie der Brillanz
Ammoniten besaßen einen charakteristischen gewundenen Panzer, der in seiner Form einer gewundenen Schlange ähnelte und im Inneren in eine Reihe von Kammern unterteilt war. Während die Schalen selbst ursprünglich aus Mineralien wie Kieselsäure und Karbonaten bestanden, kommt ihre wahre Schönheit erst nach Millionen von Jahren der Versteinerung zum Vorschein. Der Schlüssel ist nicht das Pigment, sondern die Strukturfarbe.
Im Gegensatz zu typischen Farben, die durch chemische Pigmente erzeugt werden, entsteht das Schillern von Ammolit durch die mikroskopische Anordnung der Schichten innerhalb der Schale. Diese Schichten bestehen hauptsächlich aus Perlmutt (auch Perlmutt genannt, die gleiche Substanz, die in manchen Muschelschalen vorkommt) und brechen das Licht auf eine Weise, die weißes Licht in seine einzelnen Farbtöne aufspaltet: Rot, Orange, Gelb, Grün, Blau, Indigo und Violett – wodurch ein natürlicher Regenbogeneffekt entsteht. Dies ist das gleiche Prinzip, das auch dem blauen Schimmer von Vogelfedern oder Schmetterlingsflügeln zugrunde liegt. Die Farbe ist nicht im Material, sondern erzeugt durch die Struktur des Materials.
Vom Fossil zum Edelstein
Die besten Ammolitproben stammen aus Fossillagerstätten in Madagaskar, können aber auch anderswo gefunden werden. Der Prozess der Fossilisierung selbst ist entscheidend. Im Laufe der Jahrtausende dringen Druck und mineralreiche Flüssigkeiten in die Schale des Ammoniten ein, verändern seine Zusammensetzung und verstärken seine schillernden Eigenschaften.
Materialwissenschaftler verwenden Werkzeuge wie Elektronenmikroskope, um die genaue Anordnung der Schichten im Ammolit zu untersuchen und zeigen, wie sich selbst geringfügige Abweichungen in Dicke und Abstand dramatisch auf die Farbdarstellung auswirken können. Das Ergebnis ist ein weltweit einzigartiges Juwel: ein Fossil, das in seiner uralten Struktur buchstäblich einen Regenbogen enthält.
Warum das wichtig ist
Die Geschichte von Ammolite ist mehr als nur Geologie. Es ist ein Beweis dafür, wie die Geschichte des Lebens in Stein bewahrt werden kann und wie scheinbar einfache Strukturen – wie die Kammern einer Ammonitenschale – außergewöhnliche optische Effekte erzeugen können. Die Untersuchung von Ammolit bietet auch Einblicke in das breitere Feld der Biophotonik, wo Wissenschaftler darauf abzielen, die Strukturfarbe der Natur für fortschrittliche Technologien nachzuahmen.
Der schillernde Schimmer von Ammolit ist nicht nur Schönheit, sondern eine Erinnerung daran, dass selbst das Aussterben ein bleibendes Erbe voller Wunder hinterlassen kann.























