Die NASA-Raumsonde Juno hat den größten jemals in unserem Sonnensystem beobachteten Vulkanausbruch auf dem Jupitermond Io dokumentiert. Das Ereignis, das sich am 27. Dezember 2024 ereignete, setzte erstaunliche 140–260 Terawatt Energie frei – weit mehr als jeder frühere Ausbruch auf Io, einschließlich der 80-Terawatt-Explosion des Surt-Vulkans im Jahr 2001. Dies stellt sogar den Ausbruch des Mount St. Helens im Jahr 1980, bei dem 52 Terawatt freigesetzt wurden, in den Schatten.
Synchronisierte Katastrophe
Was diesen Ausbruch auszeichnet, ist seine Synchronizität. Auf ganz Io brachen gleichzeitig mehrere Vulkane aus, deren Helligkeit mehr als das Tausendfache ihrer üblichen Intensität betrug. Dies deutet auf ein bisher unbekanntes Netzwerk miteinander verbundener Magma-Reservoirs unter der Mondoberfläche hin. Das Ausmaß des Ereignisses erstreckte sich über eine Fläche von 65.000 Quadratkilometern (40.400 Quadratmeilen), was auf eine einzelne, massive Eruption hindeutet, die sich durch Hunderte Kilometer unterirdisches Magma ausbreitete.
Gezeitenkräfte und Ios vulkanische Wut
Ios extremer Vulkanismus wird durch die immensen Gravitationskräfte des Jupiter angetrieben, die das Innere des Mondes biegen und zusammendrücken. Dieser ständige Gezeitenstress erzeugt genug Wärme, um seinen Mantel geschmolzen zu halten und etwa 400 aktive Vulkane auf der Oberfläche anzutreiben. Der jüngste Ausbruch liefert neue Beweise dafür, dass der Untergrund von Io einem „Magmaschwamm“ ähneln könnte, mit riesigen, miteinander verbundenen Poren aus geschmolzenem Gestein.
Junos unerwartete Rolle
Die Entdeckung wurde mit Junos JIRAM-Instrument (Jovian InfraRed Auroral Mapper) gemacht, das ursprünglich zur Untersuchung der Atmosphäre und der Polarlichter des Jupiters entwickelt wurde. Die Infrarotfähigkeiten von JIRAM erwiesen sich jedoch als unschätzbar wertvoll für die Erkennung der vulkanischen Hotspots auf Io während eines nahen Vorbeiflugs von Juno – in einer Entfernung von 74.400 Kilometern (46.200 Meilen) vom Mond.
Zukünftige Erforschung
Junos erweiterte Mission konzentriert sich nun auf Begegnungen mit den galiläischen Monden des Jupiter. Weitere Vorbeiflüge an Io zielen darauf ab, neue Lavaströme und Ascheablagerungen zu kartieren, die aus dieser historischen Eruption resultieren, und so weitere Einblicke in die heftige geologische Aktivität des Mondes zu gewinnen.
Dieses Ereignis unterstreicht die extremen Bedingungen auf Io und offenbart das komplexe Zusammenspiel zwischen Gezeitenkräften, unterirdischen Magmanetzwerken und vulkanischer Aktivität im Jupitersystem.

























