Die Umstrukturierung von Porton Down untergräbt die nationale Sicherheitswissenschaft, Behauptungen von Whistleblowern

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Laut einem hochrangigen Whistleblower, der mit The Guardian sprach, schadet eine umfassende Umstrukturierung im Defence Science and Technology Laboratory (DSTL) – Großbritanniens führender verteidigungswissenschaftlicher Einrichtung in Porton Down – der Arbeitsmoral der Mitarbeiter erheblich, behindert kritische Forschung und gefährdet möglicherweise die nationale Sicherheit. Die als lähmend bezeichneten Veränderungen umfassen den Wegfall Hunderter Stellen und erzwungene Wiederbewerbungsverfahren, was zu weit verbreiteter Verunsicherung führt und die wissenschaftliche Arbeit stört.

Kritische Forschung in Gefahr

DSTL spielt eine zentrale Rolle in der nationalen Sicherheit und ist verantwortlich für modernste Wissenschaft und Technologie zur Unterstützung des Militärs, für Spionageabwehrbemühungen (z. B. die Analyse der Salisbury-Vergiftung) und für die schnelle Reaktion auf Krisen im Bereich der öffentlichen Gesundheit (einschließlich der COVID-19-Pandemie). Mit rund 4.800 Mitarbeitern ist die Leistung der Organisation von entscheidender Bedeutung. Allerdings hat die aktuelle Umstrukturierung zu einem Schwebezustand geführt, der den Fokus von den wissenschaftlichen Kernzielen ablenkt.

Der Whistleblower gab an, dass Mitarbeiter trotz ihrer Fachkenntnisse als „austauschbare Personen“ behandelt würden. Dies hat zu einem Rückgang der Produktivität und einer Abwanderung von Personal geführt, wodurch die Organisation entscheidende wissenschaftliche Dynamik verloren hat. Sie behaupten, es werde ein Jahrzehnt dauern, bis sich die Verluste wieder erholt hätten.

Sinkende Moral und Sicherheitsbedenken

Interne Daten bestätigen die Einschätzung des Hinweisgebers. Aktuelle Mitarbeiterbefragungen zeigen einen historisch niedrigen „Engagement-Index“ von nur 43 %, deutlich niedriger als bei vergleichbaren Organisationen. Darüber hinaus gehört DSTL laut einer Umfrage von Health and Safety Executive zu den unteren 1 % der bewerteten Unternehmen im öffentlichen Dienst und im Privatsektor, was das Vertrauen der Mitarbeiter in die „Ressourcen für sicheres Arbeiten“ betrifft. Dieser Rückgang der Arbeitsmoral und des Sicherheitsempfindens wirft ernsthafte Fragen zur betrieblichen Wirksamkeit auf.

Whitehall-Reformen und interne Konflikte

Die Umstrukturierung ist Teil umfassenderer Verteidigungsreformen in Whitehall, die als die bedeutendste seit 50 Jahren gelten. Während Regierungsbeamte behaupten, dass die Änderungen darauf abzielen, die Sicherheitsbilanz zu verbessern, argumentieren der Whistleblower und die Gewerkschaftsquellen, dass die Störung alle potenziellen Vorteile überwiegt. Berichten zufolge hat der Vorstandsvorsitzende Paul Hollinshead die Mitarbeiter vor einem möglichen Lizenzentzug gewarnt, wenn die Gesundheits- und Sicherheitsstandards nicht verbessert werden.

Reaktion des Verteidigungsministeriums

Das Verteidigungsministerium (MoD) bestreitet Entlassungsansprüche, räumt jedoch ein, dass die Moral beeinträchtigt wurde. Sie betonen anhaltende Erfolge wie den DragonFire-Laserversuch und die Tests von KI/autonomen Systemen als Beweis dafür, dass sich die Fähigkeiten nicht verschlechtert haben. Das Verteidigungsministerium besteht darauf, dass die Leistung in diesem Jahr die des letzten Jahres übertrifft und dass das Personal für die Mission von DSTL weiterhin von entscheidender Bedeutung ist.

„Durch die größten Verteidigungsreformen seit mehr als 50 Jahren stärken wir unsere Fähigkeit, sich entwickelnde Bedrohungen zu antizipieren und darauf zu reagieren, einschließlich der Erhöhung unseres Sicherheitsstandards.“ – Sprecher des Verteidigungsministeriums

Allerdings argumentiert der Whistleblower, dass sich die Organisation monatelang nach innen auf die Umstrukturierung und nicht nach außen auf wissenschaftliche Ziele konzentriert habe. Diese interne Beschäftigung hat zu Unzufriedenheit, Demotivation und einem Verlust an kritischem Fachwissen geführt.

Die anhaltenden Unruhen in Porton Down geben Anlass zu Bedenken hinsichtlich der langfristigen Auswirkungen auf die nationalen Sicherheitskapazitäten des Vereinigten Königreichs. Die Umstrukturierung zielte zwar darauf ab, die Effizienz zu verbessern, scheint jedoch stattdessen die Moral untergraben, kritische Forschung gestört und ein Klima der Unsicherheit geschaffen zu haben, das die Kernaufgabe der Organisation gefährdet.