Durchbruch bei der Huntington-Krankheit: Die Gentherapie ist vielversprechend, steht aber vor Hürden

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Das Jahr 2025 markierte einen großen Fortschritt bei der Behandlung der Huntington-Krankheit (HD), einer verheerenden genetischen Erkrankung, die Demenz verursacht. Zum ersten Mal hat eine experimentelle Gentherapie, AMT-130, das Fortschreiten der Krankheit nachweislich verlangsamt. Auch wenn die Zugänglichkeit und die Kosten immer noch mit erheblichen Herausforderungen verbunden sind, stellt dies den ersten Beweis dafür dar, dass die Huntington-Krankheit behandelbar sein könnte, und verlagert den Fokus von der Symptombehandlung auf mögliche Krankheitsmodifikationen.

Die Natur der Huntington-Krankheit

Die Huntington-Krankheit wird durch eine genetische Mutation verursacht, die zu toxischen Proteinklumpen im Gehirn führt, die nach und nach Zellen zerstören und zu einem motorischen, kognitiven und emotionalen Verfall führen. Derzeit gibt es keine zugelassenen Behandlungen, die das Fortschreiten der Krankheit aufhalten können, so dass den Patienten nur noch unterstützende Maßnahmen zur Verfügung stehen. Der Durchbruch liegt in AMT-130, das genetische Anweisungen an Gehirnzellen liefert, um die Produktion der schädlichen Proteine ​​zu blockieren.

Versuchsergebnisse und Auswirkungen

Eine Studie mit 17 Huntington-Patienten ergab, dass diejenigen, die eine hohe Dosis AMT-130 erhielten, im Vergleich zu unbehandelten Personen über einen Zeitraum von drei Jahren ein etwa 75 % langsameres Fortschreiten der Krankheit zeigten. Dieses von uniQure im September veröffentlichte Ergebnis wurde von Forschern als Wendepunkt gefeiert.

„Wir hatten in den letzten Jahren so viele Rückschläge bei der Therapie der Huntington-Krankheit“, sagt Sarah O’Shea am Mount Sinai. „Das war also riesig … es kam zu einer Zeit, in der wir diese Hoffnung wirklich brauchten.“

Herausforderungen für einen breiten Zugang

Trotz des Durchbruchs wird AMT-130 über eine komplexe, 12 bis 18 Stunden dauernde Gehirnoperation verabreicht, wodurch die Verfügbarkeit auf spezialisierte Einrichtungen beschränkt ist. Im Falle einer Zulassung wäre die Therapie wahrscheinlich unerschwinglich teuer. Um diese Hindernisse zu überwinden, haben Forscher eine Version zur Injektion von Rückenmarksflüssigkeit entwickelt, die sich derzeit in Phase-I-Studien befindet und deren Ergebnisse bis Juli 2026 erwartet werden.

Regulatorische Hindernisse und zukünftige Schritte

uniQure hatte geplant, AMT-130 Anfang 2026 bei der FDA einzureichen, sieht sich nun jedoch mit Unsicherheit konfrontiert, nachdem die Behörde Bedenken hinsichtlich der Kontrollgruppe der Studie geäußert hatte, die aus historischen Daten und nicht aus einer gleichzeitig unbehandelten Kohorte bestand. Der invasive Charakter der Operation macht eine herkömmliche placebokontrollierte Studie logistisch schwierig.

Trotz regulatorischer Hürden ist uniQure weiterhin bestrebt, mit der FDA im Hinblick auf eine mögliche Zulassung zusammenzuarbeiten. Das Unternehmen ist davon überzeugt, dass die Therapie ein erhebliches Potenzial für Patienten hat und wird alle Möglichkeiten für einen schnellen Zugang ausschöpfen.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass der Durchbruch in der Gentherapie der Huntington-Krankheit im Jahr 2025 beispiellose Hoffnung auf eine Modifikation der Krankheit bietet, doch bevor eine breite Verfügbarkeit möglich ist, bleiben noch erhebliche praktische und regulatorische Herausforderungen. Die kontinuierliche Entwicklung weniger invasiver Verabreichungsmethoden und die kontinuierliche Zusammenarbeit mit den Aufsichtsbehörden werden entscheidend sein, um diesen wissenschaftlichen Fortschritt in greifbare Vorteile für die Patienten umzusetzen.