Europa brennt: Portugal stellt inmitten der kontinentalen Hitzewelle einen neuen Mai-Rekord auf

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Mora, eine Stadt in Zentralportugal. Mittwoch. 40,3 Grad Celsius.

Das Thermometer hat nicht gelogen. Es übertraf den bisherigen Mai-Rekord von 40 °C aus dem Jahr 2001. Die Sonne schien nicht nur. Es griff den Boden an.

Portugal ist nicht allein. Westeuropa ist derzeit ein Druckkochtopf.

In Frankreich ist die Hitze zu einem bürokratischen Ärgernis geworden. Premierminister Sébastien Lecornua hat am Donnerstag seine Minister zusammengerufen. Sie mussten planen. Wie man Waldbrände stoppt. So halten Sie Wasserhähne am Laufen. Es war keine Übung.

Schulen stehen in dieser stillen Krise an vorderster Front.

Stellen Sie sich vor, Sie sitzen in einem Klassenzimmer bei 53 °C. Das geschah an einer Grundschule in Souston. Sie hielten die Türen verschlossen und die Kinder blieben am Donnerstag und Freitag zu Hause. Unwirtlich ist ein Wort dafür. Gefährlich ist etwas anderes.

Aber die Prüfungen gehen weiter. Immer die Prüfungen.

Die Abiturprüfungen gehen trotz des Infernos weiter. Bildungsminister Édouard Geffrroy sagte gegenüber BFMTV, die Schüler seien bereit. Sie haben einen Zeitplan. Sie erwarten Ergebnisse.

Ist Fairness wirklich eine Messgröße, die man mit einem Quecksilberstäbchen testen kann?

Die Lehrer sind nicht so überzeugt. Eine beschwerte sich im Radio darüber, dass sie ihren eigenen Ventilator mit ins Zimmer gebracht hatte. Einer anderen Gewerkschaftsumfrage zufolge erreichten 78 % der weiterführenden Schulen diese Woche Temperaturen über 30 °C. Einige Lehrer benutzten Schraubenzieher, um die Fenster aufzubrechen, weil sie feststeckten.

Siebzehn Abteilungen sind in Alarmbereitschaft. „Seien Sie sehr wachsam“, sagen sie. Paris wird am Donnerstag 33 °C erreichen und am Wochenende auf 34 °C steigen. Die Polizei schränkt schadstoffärmere Autos ein, um die Luft zu reinigen und die Geschwindigkeitsbegrenzungen herabzusetzen. Für den Transport gelten Einzelfahrpreise. Versuchen Sie, die Leute aus dem Auto zu holen. Es funktioniert. Manchmal.

Auch Sportler spüren das Gewicht.

Jannik Sinner, der Tennisspieler Nummer eins, war bei den French Open unterwegs. Dann war er es nicht. Schwindel. Lethargie. Er zog sich zurück. Er behauptete später, es sei nichts gegen die Hitze. Das war nur ich. Wir glauben dir. Wir hoffen, dass es hilft. Aber das Stadion war ein Ofen.

Italien drehte alarmiert die Lautstärke auf. Eine rote Warnung. Dieses Jahr zum ersten Mal. Rom. Florenz. Bologna. Brescia. Turin. Sie warnten, dass auch gesunde Menschen krank werden könnten.

Madrid? Laut lokaler Definition handelt es sich offiziell nicht um eine Hitzewelle. Bis zum Wochenende erreichen die Temperaturen immer noch 35°C. Juliwetter im Mai. Klingt das für Sie richtig?

Spanien, Deutschland, Schweiz. Alles heiß. Alles unbequem.

Warum bleibt die Luft hängen? Eine „Wärmekuppel“. Der hohe Druck schließt die warme Luft darunter ein, wie ein Deckel auf einem Topf. Du kannst es nicht entlüften. Du kochst einfach.

Die Wissenschaft sagt, dass der Klimawandel diese Kuppeln klebriger macht. Stärker. Europa erwärmt sich jedes Jahrzehnt um 0,56°C. Das summiert sich über dreißig Jahre. Die Extreme werden schlimmer. Die Rekorde fallen schneller.

Die UN haben am Donnerstag eine Notiz veröffentlicht. Die globalen Temperaturen werden dieses Jahr auf Rekordniveau bleiben. Und für die nächsten vier.

Die unmittelbare Ursache ist ein „Hitzedom“ – ein Bereich mit hohem Druck, der stecken bleibt.

Also warten wir auf das Wochenende in Paris. Für den Regen, der nicht kommt. Damit die Kuppel zerbricht.