Es ist genau fünf Jahre her, seit die Raumsonde Rosetta der Europäischen Weltraumorganisation endlich ihr Ziel erreicht hat. Nach einer jahrzehntelangen Reise durch das Nichts erreichte die Sonde den Kometen 67P/Churyumov–Gerasimenko. Die Weltraum-Community nennt es immer noch „Tchouri“.
Die Namensgebung war nicht willkürlich. Wie der Rosetta-Stein, der die ägyptischen Hieroglyphen freigab, war diese Mission darauf ausgelegt, die Geheimnisse des frühen Sonnensystems zu entschlüsseln. Das Ziel war ehrgeizig. Wissenschaftler wollten herausfinden, woher das Wasser der Erde kommt. Sie wollten die Zutaten für das Leben selbst verstehen.
Die Mission beruhte auf zwei zusammenarbeitenden Komponenten. Da waren Rosetta, der Orbiter, und Philae, der kleine Landeroboter. Philae prallte über die Oberfläche des Kometen, bevor er sich schließlich verankerte. Der Betrieb dauerte nur wenige Stunden. Aber diese Stunden lieferten kritische Daten.
Rosetta blieb zurück. Zwei Jahre lang verließ die Raumsonde die Seite des Kometen nicht. Es folgte dem Objekt, als es sich der Sonne näherte. Diese Nähe ermöglichte es Wissenschaftlern, die Transformation des Kometen in Echtzeit zu beobachten. Sie sahen zu, wie sich das Eis in Gas verwandelte. Sie sahen, wie Staub in den Weltraum schoss. Sie verfolgten Veränderungen in der Landschaft, als die Hitze zunahm.
Noch nie war ein Komet so detailliert betrachtet worden. Die Bilder zeigten einen schroffen, unebenen Körper mit starken Geländekontrasten.
„Der Schatz umfasst Tausende Messungen und mehr als 400.000 Bilder.“
Auch wenn die Mission 2016 endete, geht die Arbeit weiter. Drei Jahre nach der Mission analysieren Forscher immer noch die Daten. Die Sammlung ist riesig. Es ist öffentlich. Jeder kann es erkunden.
Besucher der ESA-Datenbank können auf der Oberfläche des Kometen navigieren. Das Erlebnis ahmt einen Flug nach, bei dem man nur wenige Meter über dem Felsen schwebt. Es spiegelt die filmische Reise wider, die in Christian Stangls Videoprojekt „The Comet“ zu finden ist.
Warum ist das heute wichtig? Denn diese 400.000 Bilder sind nicht nur schöne Bilder. Es handelt sich um historische Aufzeichnungen eines unberührten Objekts seit der Geburt des Sonnensystems. Jede Messung trägt dazu bei, unsere Modelle der Planetenentstehung zu verfeinern. Jede analysierte Gaswolke fügt ein Teil zum Puzzle unserer Herkunft hinzu.
Die Daten bleiben verfügbar. Die Fragen werden immer noch gestellt. Die Antworten warten in der Statik.
Der Nachrichtenzyklus wartet nicht. Das sollten Sie auch nicht.
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