Europa ist eine große Sache. Das weiß jeder. Es ist der erste Kandidat für „Aliens in der Nähe“. Dickes Eis. Versteckter Ozean darunter. Alle richtigen Zutaten fürs Leben, wenn Sie schielen. 🧊
Eine Zeit lang sahen die Beweise solide aus. Zumindest dachten wir das. 14 lange Jahre lang starrten Astronomen mit dem Hubble-Weltraumteleskop auf den eisigen Mond des Jupiter. Sie sahen schwache, flackernde Spuren von Wasserdampf. Große Eruptionen brechen durch Risse in der Schale. Es fühlte sich wie ein Durchbruch an.
Das war es nicht.
„Die Beweise für Wasserdampffahnen auf Europa sind nicht so überzeugend, wie wir zunächst glaubten“, sagt Kurt Retherford, Wissenschaftler am Southwest Research Institute.
Erinnern Sie sich an die Studie von 2014? Retherfords Team? Sie waren es, die ursprünglich „Eureka“ riefen (Wortspiel beabsichtigt, vielleicht schlecht aufgenommen). Jetzt ziehen sie sich zurück. Nicht ganz daneben, wohlgemerkt, aber sie sind von ihrer ursprünglichen Gewissheit abgewichen. Sie hinterfragen sich selbst. Gut. Das sollten sie.
Das Pixelproblem
Das Team hat nicht bei Null angefangen. Sie gingen zurück. Sie schauten sich die alten Hubble-Daten an. Insbesondere der Space Telescope Imaging Spectrograph (STIS). Sie waren auf der Suche nach Lyman-Alpha-Emissionen – einer spezifischen UV-Lichtsignatur, die Wasserstoffatome streuen, wenn sie angeregt werden.
Es ist schwach. Schwer zu sehen.
Zwischen 2012 und diesem Vorstoß zur erneuten Analyse stieß Hubble bereits an seine Grenzen. Das eigentliche Problem war nicht das Licht selbst. Es war die Platzierung. Hubble liefert Ihnen kein perfektes Gitter.
„Wenn die Platzierung Europas nur um einen Pixel abweicht“, erklärt Retherford, „wirft das alles durcheinander.“
Denken Sie darüber nach. Ein einzelnes Pixel. Ein Körnchen digitalen Staubs. Diese winzige Fehlausrichtung bedeutete, dass das Team nicht sicher sein konnte, ob das UV-Signal überhaupt von Europa kam. Es könnte sich um Hintergrundgeräusche handeln. Oder ein Geist in der Maschine.
Das Konfidenzintervall brach zusammen. Sie begannen bei 99,9 %. Klar, klingt wissenschaftlich, nicht wahr? Aber als ich genauer hinsah, fiel es. Auf weniger als 90 % gesunken.
Lorenz Roth vom schwedischen KTH Royal Institute of Technology, der diese neue Rezension leitete, scheute sich nicht.
„Das sind einfach nicht genügend Beweise“, sagt er. „Es stützt nicht die Behauptungen, die wir damals aufgestellt haben.“
Warum auf das Eis schauen?
Wenn Sie sich bei den Federn nicht sicher sind, warum suchen Sie dann weiter?
Weil Enceladus existiert. Der Saturnmond hat Schwaden, an die wir tatsächlich glauben. Mit Sicherheit entdeckt. Und Io? Jupiters Nachbar. Das vulkanischste Gestein im Sonnensystem stößt überall Schwefeldioxid aus.
Wenn diese Monde ihr Inneres entlüften können, warum konnte Europa das nicht?
Vielleicht ist das Meer heute ruhig. Vielleicht bricht es nur dann aus, wenn Jupiter es genau richtig zieht. Vielleicht sind die Federn echt, nur selten. Oder vielleicht handelte es sich bei den Hubble-Daten nur um als Signal getarntes Rauschen.
Möglicherweise müssen wir warten. Der Europa Clipper der NASA ist unterwegs. Es landet im Jahr 2030 im Jupitersystem. Wenn wir Antworten bekommen, bekommen wir sie dann.
Bis dahin?
Das Eis behält seine Geheimnisse. 🌊
























