Winzige Zähne schreiben die Geschichte neu. Wieder.
Schauen Sie sich heute die Arktis an. Es ist hart. Kalt. Verwüsten. Nicht gerade ein biologischer Hotspot. Aber vor 73 Millionen Jahren? Andere Geschichte. Dort oben passierte viel Leben.
Eine neue Studie, die in Proceedings of the National Academy of Sciences veröffentlicht wurde, stellt das Drehbuch auf den Kopf. Wissenschaftler der CU Boulder und anderswo fanden im Norden Alaskas drei bisher unbekannte Säugetiere. Nagetierähnliche Dinge. Sie lebten im Zeitalter der Dinosaurier. Und sie überlebten nicht nur die dunklen Winter und die eisigen Temperaturen, sie gediehen auch prächtig.
Dies deutet darauf hin, dass die Arktis keine isolierte Todeszone war. Es war ein Scheideweg.
„Die Polarregionen waren noch immer sehr aktive Orte des Lebens.“ – Sarah Shelley
Drei neue Cousins
Die Fossilien sind alt. Uralt. Aber sie sind unterschiedlich. Das Team benannte sie nach ihrem Aussehen und ihren Gewohnheiten.
- Camurodon borealis . „Nördlicher gebogener Zahn.“ Ein Pflanzenfresser.
- Qayaqgruk peregrinus . „Der kleine wandernde Held.“ Benannt nach einer alaskischen Inuit-Legende.
- Kaniqsiqcosmos polaris . „Polarfrostverzierter Zahn.“
Gefunden in der Prince-Creek-Formation innerhalb des Polarkreises. Monatelange winterliche Dunkelheit. Nahrungsmittelknappheit wahrscheinlich. Eiskalt.
Haben sie es geschafft? Ja.
Diese Kreaturen gehören zu einer Gruppe namens Multituberkulanten. Denken Sie an Mäuse oder Ratten in der Größe. Sie dauerten über 100 Millionen Jahre. Jura bis Eozän. Sie überlebten den Asteroiden, der die Dinosaurier tötete. Homo sapiens gibt es erst seit 300.000 Jahren.
Das ist keine Resilienz. Das ist eine Supermacht.
Diät definiert das Überleben
Warum haben sie so lange gehalten? Ihre Zähne geben den Hinweis.
Unterschiedliche Formen bedeuteten unterschiedliches Essen. C. Borealis gekaute Pflanzen. Q. peregrinus war ein Allesfresser. Wahrscheinlich hat er Insekten und Grünzeug gefressen. K. polaris schien ebenfalls Pflanzen zu bevorzugen, war aber flexibel.
In einer Landschaft, in der Lebensmittel knapp sind, ist Spezialisierung kein Luxus, sondern eine Notwendigkeit. Die Möglichkeit, unterschiedliche Dinge zu fressen, ermöglicht es den Arten, den gleichen Raum zu teilen, ohne dass sie sich gegenseitig aushungern müssen. Es könnte auch erklären, wie sie den Asteroideneinschlag abgewehrt haben.
„Deep Time erinnert uns daran, dass ein Raum eine vielschichtige Geschichte ist.“
Das Eis überqueren
Hier ist die Wendung. Eine dieser Kreaturen hat nicht hier angefangen.
Qayaqgruk peregrnus ist ein enger Verwandter eines Säugetiers, das in der heutigen Mongolei vorkommt.
Das bedeutet Migration. Von Asien bis Nordamerika. Vor etwa 92 Millionen Jahren. Damit ist es eine der frühesten aufgezeichneten interkontinentalen Bewegungen für Säugetiere. Es gab eine Landbrücke. Ein Korridor. Damals war es keine statische Karte, es war eine Autobahn.
Wissenschaftler sind seit jeher davon ausgegangen, dass die Tropen die Evolution vorantreiben. Die Arktis wartet einfach ab.
Falsch.
Die Arktis war aktiv. Diversifizieren. Anpassen. Diese kleinen Säugetiere bewiesen, dass die Pole nicht nur kalte Ränder der Karte waren. Sie waren Zentren der Innovation.
Und jetzt ändert sich das Klima erneut. Vielleicht geht es beim Rückblick auf die Art und Weise, wie Säugetiere den polaren Stress überstanden haben, nicht nur um die Vergangenheit. Vielleicht sagt es uns etwas über die Zukunft.
Die Fossilien sind ruhig, aber die Implikation ist laut. Die Arktis war nie wirklich leer. Wir haben einfach aufgehört zuzuhören.
